Projekt /
Philosophie / Projektfortschritt

Was machen wir
Ende Oktober 2008 werden wir (Andreas Drews und Martin Schumacher) zu einer sechsmonatigen Fahrradreise nach Afrika aufbrechen, um einen Dokumentarfilm über das Selbstverständnis von Entwicklungszusammenarbeit zudrehen. Dabei sollen die unterschiedlichen Vorstellungen von Gebern und Empfängern einer Entwicklungszusammenarbeit gegenübergestellt werden. Im Folgenden beschreiben wir kurz Motivation, Inhalt, Ziel und einige Aspekte der Realisierung unseres Filmprojektes.

Motivation
Afrika, der Kontinent, welchen wohl die wenigsten Europäer bereisen und der nur in wenigen Gebieten touristisch erschlossen ist, auf dem Fahrrad zu erkunden, faszinierte uns, ebenso wie den natürlichen und kulturellen Wandel während einer Reise parallel der Längengrade zu erleben. Die Landschaften sind hier so vielseitig und weitläufig, dass man sich Zeit nehmen muss, sie in Ruhe zu durchfahren.Dieser Gedanke wurde durch verschiedene Einflüsse weiterentwickelt:
  • im Geographiestudium wurden wiederholt die ariden Bereiche der Erde, insbesondere Afrika sowie das Thema Entwicklungszusammenarbeit behandelt;

  • im Rahmen des Mikrosystemtechnik–Studiums und der Arbeit am Fraunhofer ISE wurden einige Themen zu regenerativen Energien sowie deren dezentrale Einsatzmöglichkeiten in Gegenden mit minder entwickelten Infrastrukturen angeboten;

  • es wurden immer wieder Beispiele für mögliche Arbeitsbereiche für Geographen und Ingenieure im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit genannt.
Diese Einflüsse gaben uns den Anstoß ein eigenes Projekt mit dem thematischen Hintergrund „Entwicklungszusammenarbeit“ zu erarbeiten. Dabei erschien uns ein Dokumentarfilm, in dem afrikanischen Dorfbewohnern eine Stimme gegeben wird, die beste Methode zu sein, eine Wirkung zu erzielen, besser geeignet, als für einige Wochen an einem Projekt mitzuarbeiten mit dem Gefühl, nicht ernsthaft gebraucht zu werden, oder gar nur europäisches „Aushängeschild“ zu sein.

Das Projekt
Durch die bewusste Entsagung vom üblichen Komfort und aufwendigenReisemöglichkeiten erhoffen wir uns einen näheren und persönlicherenKontakt zur lokalen Bevölkerung und eine intensivere und offenereKommunikation zu erreichen. Wir nehmen uns nun einige Monate Zeit, umdie Landschaften und Menschen Ostafrikas kennen zu lernen, und um zubeobachten, wie sich das Engagement kleiner NGO`s (Non GouvernmentOrganisation) und anderer Projektträger in Afrika heute auswirkt. Wirwollen die Zielorte der Entwicklungszusammenarbeit, die Motive derGeber, sowie die Bedürfnisse und Interessen der Nehmer kennen lernen und anhand von Fragen wie den folgenden beleuchten:
  • Wie und wo ist Entwicklungszusammenarbeit sinnvoll?

  • Was erwarten Geber von Entwicklungszusammenarbeit und was bewirkt sie tatsächlich im Empfängerland?

  • Welche Vorstellungen und Bedürfnisse haben die Empfänger bezüglich der Entwicklungszusammen- arbeit?

  • Welche Leitbilder der Entwicklungszusammenarbeit gibt es und wohin entwickeln sich diese?

  • Wo hat gut gemeinte Entwicklungshilfe komplett oder teilweise versagt, beziehungsweise Erfolg gehabt? Und wie kam es dazu?


In Deutschland, als exemplarisches Geberland, sollen Mitarbeiter vonNGO`s und staatlichen Entwicklungshilfeinstitutionen dazu befragtwerden, in Afrika Personen, die von der Entwicklungszusammenarbeitdirekt profitieren, diese selbst mitorganisieren, oder Gelder verwalten.Die NGO „Ingenieure ohne Grenzen e.V.“ aus Freiburg, wird die Rolleeines roten Fadens durch den Film übernehmen, weil sich den Mitgliederndieser jungen, erst im Februar 2008 gegründeten Gruppe, ganz aktuelloben genannte Fragen stellen. Auch „Linux for Afrika“ von „FreiOSS e.V.“ ebenfalls aus Freiburg werden eine zentrale Rolle im Projekt spielen.
Für fruchtbare Entwicklungszusammenarbeit ist es wichtig, die richtigenKommunikationsmittel und -wege, sowie eine einheitlicheKommunikationsebene zu finden, um Missverständnisse zu vermeiden, unddie relativ eingeschränkten Mittel sinnvoll einzusetzen. Dabei maßen wiruns nicht an grundlegend neue Erkenntnisse, eine allgemeine Lösung fürdie Probleme der Entwicklungszusammenarbeit, oder eine Wunderformel zumVerständnis einer nicht existenten, vereinheitlichten, afrikanischenMentalität zu erlangen. Vielmehr geht es uns darum durch unserebesondere Reisesituation, sowie unsere Unbefangenheit zum Thema derEntwicklungszusammenarbeit einen neuen und interessanten Blickwinkel auf dieses Thema zu entwickeln.

Ziel
Das Ziel des Projekts sind zwei verschiedene Aspekte:

Erstens wird nach der Rückkehr aus dem vorliegenden Filmmaterial einDokumentarfilm entstehen, der in erster Linie einem Publikum, das nichtüber Insiderwissen verfügt, jedoch gesteigertes Interesse an der Materiehat, grundlegende Informationen zu den oben genannten Themen geben soll.Dabei soll insbesondere der Entwicklungshilfe empfangenden Bevölkerungeine Stimme gegeben werden um einen bewussteren und zielorientierteren Umgang mit dem Thema Entwicklungszusammenarbeit zu fördern.

In zweiter Linie soll der Film der NGO „Ingenieure ohne Grenzen e.V.“und „Linux for Afrika“ von „FreiOSS e.V.“ als eigenes Vorstellungsmediumzur Verfügung stehen, um interessierte Personen mit der Organisation undder eigenen Arbeit vertraut zu machen. Der Film soll zunächst inkleinen, regionalen Kreisen, eigenständig, aber auch im Rahmen vonVortragsreihen vorgeführt werden. Sollte der Film sich etablierenmöchten wir ihn einer möglichst breiten Masse zugänglich machen. Dabei ziehen wir auch eine etwaige Fernsehausstrahlung in Betracht.
Der zweite Aspekt bezieht sich auf die im Film nicht dokumentiertenInformationen und Erfahrungen: Diese sollen den „Ingenieuren ohneGrenzen e.V.“ und auch „Linux for Afrika“ von „FreiOSS e.V.“ für ihreweitere Arbeit (Projektplanung, Kommunikation mit Verantwortlichen inpotentiellen Einsatzgebieten, etc.) zur Verfügung gestellt werden und zueiner sinnvolleren Entwicklungszusammenarbeit führen. Nicht zuletztsollen die gesammelten Erfahrungen für uns eine Grundlage für etwaigefolgende Projekte dieser Art und die weitere Mitarbeit bei „Ingenieureohne Grenzen e.V.“ bieten.